Ein gutes japanisches Messerset besteht aus wenigen Klingen mit klar verteilten Aufgaben: einem Santoku oder Gyuto als Hauptmesser, einem Nakiri für Gemüse und einem kleinen Universalmesser für alles Feine. Mehr brauchen die meisten Küchen nicht. Danach kommt es auf drei Fragen an: Welcher Stahl passt zu Ihrem Pflegeaufwand, welcher Schliff zu Ihrer Schärftechnik und welcher Griff zu Ihrer Hand?
In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Messer in ein japanisches Set gehören, wie viele Teile sinnvoll sind und worin sich die SAMURA-Sets mit japanischen Klingenformen unterscheiden.
Was ein japanisches Messerset ausmacht
Ein klassisches europäisches Set baut meist auf Kochmesser, Brotmesser und Schälmesser auf. Ein japanisches Messerset setzt andere Schwerpunkte: Die Klingen sind in der Regel dünner ausgeschliffen, oft härter und mit einem spitzeren Schleifwinkel geschärft. Das Ergebnis spüren Sie sofort – die Schneide gleitet mit wenig Druck durch Zwiebeln, Tomaten oder rohen Fisch, statt sich hindurchzuarbeiten.
Typisch sind außerdem die Klingenformen. Santoku und Nakiri haben eine breite Klinge mit flacher Schneide, die beim Schneiden auf dem Brett aufliegt. Damit schneidet man eher gerade nach vorn und unten, statt zu wiegen, wie man es von vielen deutschen Kochmessern kennt. Wer viel Gemüse schneidet, merkt den Unterschied schnell.
„Japanisch“ bezieht sich bei SAMURA auf Klingenformen und Stahlsorten: Die Messer sind im japanischen Stil gefertigt, und für die Klingen kommen japanische Stahlsorten wie AUS-8, AUS-10 und VG-10 zum Einsatz.
Welche Messer gehören in ein japanisches Messerset?
Bevor Sie sich für ein Set entscheiden, lohnt ein ehrlicher Blick auf Ihren Kochalltag. Schneiden Sie vor allem Gemüse? Verarbeiten Sie oft Fleisch oder Fisch? Arbeiten Sie lieber mit einer kompakten oder einer langen Klinge? Daraus ergibt sich die Zusammenstellung fast von selbst.
Das Hauptmesser: Santoku oder Gyuto
Das Santoku ist der Allrounder der japanischen Küche. Mit einer Klingenlänge um 18 cm ist es kompakt genug für kleine Arbeitsflächen und vielseitig genug für Gemüse, Fleisch ohne Knochen und Fisch. Das Gyuto ist das japanische Pendant zum Kochmesser: länger, mit spitz zulaufender Klinge und dadurch etwas besser für große Zutaten und feine Arbeiten an der Spitze geeignet. Für die meisten Hobbyköche ist das Santoku der unkompliziertere Einstieg. Wenn Sie zwischen beiden schwanken, hilft unser Vergleich Santokumesser oder Kochmesser.
Das Gemüsemesser: Nakiri
Das Nakiri hat eine rechteckige Klinge mit gerader Schneide und eckiger Spitze. Weil die Schneide auf ganzer Länge das Brett berührt, schneiden Sie Kohl, Lauch oder Möhren in einem Zug durch – ohne die lästigen „Ziehharmonika-Scheiben“, die noch aneinanderhängen. In einem japanischen Set ist das Nakiri das Messer, das den größten Unterschied zum gewohnten Kochmesser macht.
Das kleine Messer: Universal- oder Schälmesser
Für Käse, Wurst, Obst, Kräuter oder das Putzen von Schalotten braucht es eine kürzere Klinge. In japanischen Sets übernimmt das meist ein Universalmesser zwischen 12 und 17 cm. Wer viel schält, ergänzt ein Schälmesser um 9 bis 10 cm.
Was in ein japanisches Set nicht hineingehört
- Knochen: Dafür ist ein Hackmesser zuständig, nicht die dünne Schneide eines Santoku.
- Tiefkühlkost: Gefrorenes schneiden Sie besser mit einem Sägemesser mit Wellenschliff.
- Brot: Ein Universalmesser oder Kochmesser schafft Brot, für eine harte Kruste ist ein Brotmesser aber angenehmer.
Drei, fünf oder mehr Teile: die passende Setgröße
Mehr Messer bedeuten nicht automatisch eine bessere Ausstattung. Ein gut gewähltes Trio deckt den Großteil der Küchenarbeit ab, und jedes Messer kommt regelmäßig zum Einsatz.
- Drei Teile: Die sinnvollste Größe für die meisten Haushalte. Eine Auswahl finden Sie unter 3-teilige Sets.
- Fünf Teile: Lohnt sich, wenn Sie Santoku und Kochmesser parallel nutzen möchten und zusätzlich ein Schälmesser brauchen.
- Größere Sets: Interessant, wenn Aufbewahrung, Wetzstab oder Küchenschere gleich mit dabei sein sollen. Die Auswahl dazu: Sets ab 4 Teilen.
Stahl, Härte und Schliff: worauf Sie achten sollten
Neben der Optik entscheiden drei technische Angaben darüber, wie sich ein Set im Alltag schlägt.
Stahl und Härte
Die Härte wird in HRC (Rockwell) angegeben. Bei den SAMURA-Sets liegt sie je nach Serie zwischen 58 und 61 HRC:
- AUS-8, 58–59 HRC: Ein korrosionsbeständiger Edelstahl, der im Alltag gut mithält und sich auf dem Schleifstein unkompliziert nachschärfen lässt. Eine gute Wahl für den täglichen Einsatz.
- AUS-10, 59–61 HRC: Etwas härter und schnitthaltiger, zum Beispiel bei der Serie Reptile.
- VG-10-Damaststahl, 59–61 bzw. 60–61 HRC: Sehr schnitthaltig, mit sichtbaren Lagen auf der Klinge.
- 67-lagiger Damaststahl, 60–61 HRC: Die Serien Damascus und Damascus 67 verbinden hohe Härte mit der markanten Damastoptik.
Je härter die Klinge, desto länger bleibt sie scharf – desto empfindlicher reagiert die Schneide aber auch auf Knochen, Tiefkühlkost und Glasbretter. Wer seine Messer im Alltag nicht ständig schonen möchte, ist mit AUS-8 entspannter unterwegs – Knochen bleiben trotzdem tabu.
Schliff
Alle Sets in diesem Ratgeber haben einen beidseitigen Schliff, das heißt: Die Klinge ist auf beiden Seiten geschliffen und lässt sich wie gewohnt schärfen. Einige Serien wie Super 5, Meteora oder Blacksmith haben einen Konvexschliff – die Klingenflanken laufen sanft gewölbt in die Schneide aus, statt in einer flachen V-Fase aufeinanderzutreffen. Den Schleifwinkel ab Werk gibt SAMURA je nach Serie mit 15–17° oder 16–18° an; diesen Winkel sollten Sie beim Nachschärfen beibehalten.
Griff
Micarta und G-10 sind robuste, feuchtigkeitsbeständige Materialien, Edelstahlgriffe wirken wie aus einem Guss, ABS-Kunststoff ist pflegeleicht und wiegt wenig. Nehmen Sie das Messer, wenn möglich, einmal in die Hand: Ein guter Griff liegt sicher, ohne dass Sie das Handgelenk abknicken müssen.
SAMURA-Sets mit japanischen Klingenformen im Vergleich
Die folgenden Sets enthalten Santoku, Nakiri oder beides – also die typischen japanischen Formen. Alle Angaben stammen aus den Produktbeschreibungen.
| Set | Inhalt | Klinge | Schliff | Griff |
|---|---|---|---|---|
| Super 5, 3-teilig | Universalmesser 162 mm, Nakiri 171 mm, Santoku 182 mm | 5-lagiger VG-10-Damaststahl, 59–61 HRC | Konvexschliff, von Hand geschärft | Micarta, Kropf aus Edelstahl |
| Blacksmith, 3-teilig | Universalmesser 162 mm, Nakiri 168 mm, Santoku 182 mm | AUS-8, 58–59 HRC, Hammerschlag-Finish | Konvexschliff, von Hand geschliffen | Micarta, Kropf aus Edelstahl |
| Meteora, 3-teilig | Universalmesser 174 mm, Nakiri 173 mm, Kochmesser 209 mm | 5-lagiger VG-10-Damaststahl, 59–61 HRC | Konvexschliff | Edelstahl (Ganzmetall) |
| Harakiri, 5-teilig | Schälmesser 99 mm, Universalmesser 150 mm, Nakiri 170 mm, Kochmesser 208 mm, Santoku 175 mm | AUS-8, 58–59 HRC | beidseitig | schwarzer ABS-Kunststoff, vernietet |
| Inca, 3-teilig | Universalmesser 155 mm, Nakiri 165 mm, Kochmesser 187 mm | Zirkonoxidkeramik | beidseitig | ABS mit Soft-Touch-Beschichtung |
Welches Set passt zu wem?
- Super 5: Für alle, die das typisch japanische Trio aus Santoku, Nakiri und Universalmesser mit hartem VG-10-Damaststahl suchen. Es wird in einer Geschenkbox im japanischen Stil geliefert.
- Blacksmith: Dieselbe Zusammenstellung, aber mit pflegeleichterem AUS-8 und individuellem Hammerschlagmuster auf jeder Klinge. Die Messer sind spürbar schwerer als andere SAMURA-Messer und werden in einer Messerrolltasche im japanischen Stil geliefert.
- Meteora: Wer lieber ein klassisches Kochmesser statt eines Santoku nutzt, bekommt hier Nakiri und Kochmesser in Ganzmetall-Optik.
- Harakiri 5-teilig: Die breiteste Ausstattung – Santoku und Kochmesser im selben Set, dazu Nakiri, Universal- und Schälmesser.
- Inca: Keramikklingen für alle, die vor allem Obst, Gemüse und Fleisch ohne Knochen schneiden. Keramik ist zum Schneiden gemacht, nicht zum Hacken.
Lieber das klassische Trio aus Schäl-, Universal- und Kochmesser, aber mit Damaststahl? Dann lohnt sich ein Blick auf die Serie Damascus mit 67-lagigem Damaststahl und 60–61 HRC. Alle Kombinationen finden Sie in der Übersicht Messersets.
Eigenes Set zusammenstellen: die Okinawa-Alternative
Nicht jedes japanische Messerset muss fertig verpackt sein. Die Serie Okinawa gibt es derzeit nicht als Set, dafür aber in den klassischen japanischen Formen einzeln: Gyuto (170 mm), Santoku (175 mm) und Nakiri (172 mm), jeweils mit AUS-8-Klinge (58–59 HRC) und Palisandergriff. Für Fischliebhaber kommen Yanagiba und Deba hinzu – diese beiden haben einen einseitigen Schliff und werden anders geschärft als beidseitig geschliffene Messer.
So entsteht ein Set, das genau zu Ihrer Küche passt. Für den Anfang reichen zwei Messer: Gyuto oder Santoku plus Nakiri. Mehr über die einzelnen Formen lesen Sie in unserem Ratgeber Japanische Messer: Arten, Stahl und Auswahl.
Pflege: So bleibt Ihr Set lange scharf
- Vor dem ersten Gebrauch mit heißem Wasser abspülen und abtrocknen.
- Von Hand mit nicht scheuernden Mitteln reinigen und sofort abtrocknen. Die Spülmaschine ist nicht empfehlenswert, und die Messer sollten nicht lange in der Spüle liegen.
- Auf Holz- oder Kunststoffbrettern schneiden, niemals auf Glas.
- In einem Messerblock mit Borsteneinsatz oder einem Messerhalter aufbewahren, in dem die Klingen kein Metall berühren.
- Zwischen den Schärfvorgängen einen Wetzstab nutzen und auf dem Schleifstein im Werkswinkel nachschärfen.
Häufige Fragen zum japanischen Messerset
Wie viele Messer braucht ein japanisches Messerset?
Drei Messer reichen für die meisten Küchen: Santoku oder Gyuto, Nakiri und ein Universalmesser. Ein Schälmesser ist eine sinnvolle Ergänzung, wenn Sie viel Obst und Gemüse putzen.
Santoku oder Gyuto – welches gehört ins Set?
Das Santoku ist kompakter und für Gemüse besonders angenehm. Das Gyuto ist länger und spitzer und eignet sich besser für große Zutaten. Wenn Sie unsicher sind, beginnen Sie mit dem Santoku.
Ist ein asiatisches Messerset dasselbe wie ein japanisches?
Nicht ganz. „Asiatisch“ ist der weitere Begriff und kann zum Beispiel auch ein chinesisches Hackmesser umfassen. Ein japanisches Messerset meint Formen wie Santoku, Nakiri, Gyuto, Yanagiba oder Deba.
Sind die Messer in Japan hergestellt?
„Japanisch“ beschreibt hier Klingenform und Stahlsorte. SAMURA bezeichnet seine Messer als Messer im japanischen Stil. Wenn Ihnen das Herstellungsland wichtig ist, prüfen Sie die Angaben auf der jeweiligen Produktseite.
Darf ein japanisches Messerset in die Spülmaschine?
Nein. Hitze, aggressive Reiniger und das Aneinanderschlagen im Korb schaden der feinen Schneide und dem Griff. Spülen Sie die Messer von Hand und trocknen Sie sie gleich ab.




































































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